Anschussseminar 2006



Am Samstag den 22.04.2006 treffen sich Mitglieder des Jagdlichen Dachshundclubs Bayern e.V. , Junge Jäger der Kreisgruppe Nürnberg-Land, sowie ein Jungjägerkurs und einige Interessierte Jäger zum Anschussseminar 2006. Pünktlich um 9:30 Uhr begrüßt der Revierjagdmeister Thomas Grimm bei sonnigem Wetter die rund 20 Teilnehmer vorm Schloss Sandsee (nähe Pleinfeld / Weißenburg). Nach einer kurzen Einführung werden Fahrgemeinschaften gebildet und es geht ein Stück ins Revier hinein, wo bereits einige Stationen vorbereitet wurden.





Zunächst informiert uns Herr Grimm über das richtige Verhalten vor und nach dem Schuss und gibt wertvolle Tipps zum Thema Nachsuchen. Besonders wird auch auf die Nachsuchenvereinbarung des BJV eingegangen und wir erfahren bei welchen Zeichen ein professionelles Nachsuchengespann unabdingbar ist. Unser Referent hat aber auch allerhand Anschauungsmaterial mitgebracht und zeigt uns wie man als Hundeführer auf einer Nachsuche ausgerüstet sein sollte. Vom Erste-Hilfe-Kasten für den Hund bis hin zur Schutzbrille fürs Dickicht wird so allerhand gezeigt und erklärt, und auch erfahrene Hundeführer unter uns können noch einiges dazulernen.









Bevor man uns hinter die Sicherheitsabsperrung schickt können wir noch anhand einiger in den Boden gesteckter Zweige die Entfernungen abschätzen, was aber relativ gut klappt. Jetzt wird's aber ernst und unser Revierjagdmeister gibt ein paar gezielte Schüsse mit seiner .308 auf ein aufgestelltes Reh ab. Nun gehen wir gemeinsam zum "Anschuss" und sehen die Auswirkungen eines Vorderlaufschusses und eines Keulenschusses. Auf der weißen Plane hinter dem Ziel kann man sehr gut sehen wie weit Schweiß, Wildbret und Schnitthaar in Wirklichkeit liegen können. Erschreckend und lehrreich ist aber vor allem die Verteilung und Wirkung der Geschosssplitter. Nachdem wir auch die Geschossreste im Boden finden konnten sind wir sehr zufrieden und gehen wieder zurück hinter unsere Absperrung, während Thomas Grimm erneut aufbaumt.












Wieder werden zwei Schüsse abgegeben, diesmal auf Äser und in Richtung Pansen. Auch hier sind wir sehr gespannt aufs Resultat und suchen alles rund ums Reh ab. Vom Referenten nicht beabsichtigt durchschlug ein Geschoss nicht nur das Reh, sondern auch das Holzgestell dahinter - ein sehr aufschlussreicher Zufall der zeigt, was für eine enorme Kraft ein Geschoss auch nach dem Austreten aus dem Wildkörper haben kann.
Nachdem wir nun alles "abgegrast" haben begeben wir uns zurück zur "Sperrzone" und sehen uns dort noch verschiedene Knochen mit teils ausgeheilten Schussverletzungen an. Am Waldrand dahinter hängen zwei Schaubilder mit den Skeletten von Reh und Sau, an denen uns Herr Grimm über die verschiedensten Schussbilder informiert und auch kritisch auf den Schuss hinter den Teller eingeht. Hier schon mal vielen Dank an den Seminarleiter für die vielen tollen Präparate und die Mühe die er sich mit uns gemacht hat!






Der ein oder andere Teilnehmer fragte sich schon geraume Zeit was sich hinter den kreisförmigen Absperrungen in der Wiese verbirgt und kann nun endlich seine Neugier befriedigen. Wir begutachten gemeinsam den Anschuss der sich dort drin befinden soll... Nach längerer Suche finden wir auch etwas und bestimmen diesen Anschuss als Wildbretschuss beim Rehwild. Bei der nächsten Einfriedung geht's nun schon schneller und wir erkenne einen Schuss durchs Gescheide. Bevor wir nun auch Anschüsse im Wald begutachten dürfen, müssen wir erst noch ein paar Bruchzeichen bestimmen. Gemäß dem seit Generationen überlieferten Brauchtum identifizieren wir Anschuss, Fluchtrichtung und Geschlecht des Stückes. Interessant sind auch die vom Referenten vorbereiteten Fluchtfährten von Reh und Sau.






Nun geht's aber ab in den Wald. Hier sieht es mit den Lichtverhältnissen schon deutlich schlechter aus, aber auch hier machen wir uns auf die Suche in den markierten Bereichen. Da wir ja jetzt schon ein geübtes Auge haben, erkennen wir recht schnell einen Laufschuss beim Reh und den Gebrechschuss von einer Sau. Auch hier lässt uns Herr Revierjagdmeister Thomas Grimm von seiner reichhaltigen Erfahrung profitieren und lehrt uns wie und wo wir suchen müssen.









Schließlich neigt sich das Seminar dann leider doch seinem Ende zu und wir verlassen mit vielen schönen und lehrreichen Erinnerungen das Revier um Schloss Sandsee. Junge aber auch erfahrene Jäger konnten viel Neues lernen und ihr altes Wissen auffrischen. Hier nochmals vielen herzlichen Dank an unseren Thomas Grimm für seine professionelle und spannende Arbeit als Seminarleiter.

Michael Kraus

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