VII. Verbandsschweißprüfung der LAG Bayern
Foto: Michael Kraus
Für die VII. Verbandsschweißprüfung des Jagdlichen Dachshundklub Bayern e.V. hatten vier Hundeführer
gemeldet. Einer hatte seine Meldung dann kurzfristig zurückziehen müssen, weil er den geforderten
„Laut“ nicht nachweisen konnte. Schade, denn vom Üben her weiß ich, dass dieser Hund sehr gut arbeitet.
Am 23.10.2004 trafen sich dann drei mehr oder minder aufgeregte Hundeführer/innen mit ihren,
im Vergleich zu ihnen ruhigen Hunden zur nunmehr schon VII. Verbandschweißprüfung unserer LAG. Auch
dieses Jahr waren wir wieder Gäste des staatl. Forstamtes Altdorf.
Nach einer Tasse Kaffe und den üblichen Formalitäten wie Begrüßung, Überprüfen der Ahnentafeln und
Impfpässe, Vorstellen des Richterkollegiums, Richterbesprechung und Auslosen der Fährten, ging es
dann gleich ab ins nahe Revier.
Die Los-Nr. 1, Herr Georg Kugler aus Gräfenberg legte seine KT-Hündin Diana vom Pegnitzgrund gerecht
am Anschuss an und die Hündin suchte sofort sicher zum Stück. Den Richtern und Begleitpersonen fiel
sofort auf, dass die Hündin ihrem Führer sehr deutlich zeigte, wenn sie kurzzeitig mal die Fährte
verließ. Sie setzte sich dann nach ca. 20 – 25 m und wartete, dass ihr Führer sie aufforderte zur
Fährte zurückzukehren, was sie dann auch sofort und willig tat. Nach ca. 600 m folgte sie dann aber
doch einer frischen Verleitung, was zwar die Richter an ihrem Benehmen deutlich erkannten, ihr Führer
aber offenbar übersah, wofür er dann auch einen Rückruf erhielt. (In unmittelbarer Nähe dieser Stelle
waren beim Auslegen des Stücks vorher 3 Sauen gesehen worden). Da er aber vorher schon vielmals
Schweiß gemeldet hatte –bis zum Fährtenende meldete er 19-mal !!!! Schweiß) konnte er leicht wieder
eingewiesen werden. Von da an meisterte die Hündin den Rest der Prüfungsfährte in bester Manier.
Am Stück konnte der Richterobmann ihm beim Klang des Jagdhorns seinen wohlverdienten Bruch
überreichen. Nach einhelliger Meinung der Richter erhielt er die Note Sw II.
Zurück am Treffpunkt ging es dann gleich weiter mit der Los-Nr. 2, Frau Antonie Roggenbuck
aus Sinzing. Sie hatte ihren „Charly vom Spalterholz“ am Riemen. Auch sie wurde am Anschuss
eingewiesen und legte ihren Charly gerecht zur Fährte. Bei diesem Rüden fiel aus, dass er
sehr schnell war, dabei aber immer etwas neben der Fährte ging, wodurch er seiner Führerin
natürlich auch kaum eine Bestätigung durch vorgefundenen Schweiß oder einen Verweiserbrocken
zeigen konnte. Dann endlich doch die Bestätigung: Schweiß! Jeder, der schon einmal auf der Rotfährte
gearbeitet hat, weiß, wie nervenberuhigend das ist. Leider kam „Charly“ genau an dieser Stelle von
der Fährte ab und folgte einer der zahlreichen Verleitungen. Der Richterobmann musste die Führerin
deshalb zurückrufen. Neu angesetzt arbeitete der Rüde nun wieder auf der Prüfungsfährte. Bis zu
einem „Knoten“. Hier hatten in der Nacht Sauen gebrochen, gesuhlt und sich an einem Malbaum
gescheuert. Auch den Richtern und mir war klar, dass es hier wohl zu großen Problemen kommen wird.
Und es kam zu großen Problemen. Der RT-Rüde folgte mehrmals den frischen Verleitfährten. Erst
nachdem der Richterobmann die Führerin durch Worte und diese ihren Rüden durch Ablegen beruhigt
hatte, gelang es schließlich diesen gordischen Knoten zu durchschlagen, sprich: „Charly“ arbeitete
wieder auf der Fährte. Nach etwa 750 m erhielt die Führerin dann aber doch einen zweiten Abruf,
weil ihr Rüde wiederum einer Verleitung gefolgt war, möglicherweise einem Fuchs, den einer der
Richter dort gesehen zu haben glaubte. Schließlich aber konnte der Richterobmann auch ihr den
schwerverdienten Bruch am Stück überreichen. Nach so einer Arbeit weiß man, warum es „Schweißarbeit“
heißt. Auch hier war die Richtermeinung einhellig: Sw III.
Als wir wieder zum Treffpunkt kamen, war die Stimmung schon sehr gut. Zwei von drei Hunden schon
bestanden. Das gab es bei dieser sehr schwierigen Prüfung bisher nur selten. Mit gutem Mut ging es
dann also zur dritten und letzten Fährte.
Dieser Aufgabe stellte sich nun Frau Tatjana Nar aus Sielenbach mit ihrer RT-Hündin „Cindy vom
Spalterholz“. Cindy arbeitete vom Anschuss weg ruhig und sicher. Nach ca. 150 m ging es in einen
Graben und auf der anderen Seite wieder hoch, was der Führerin wohl nicht so recht einleuchten
wollte und sie versuchte von da an immer wieder ihrer Hündin „ins Handwerk zu pfuschen“. „Cindy“
kam dann auch von der Fährte ab und das Gespann musste einen ersten Abruf hinnehmen. Hier arbeitete
die Hündin dann unsicher und die Führerin griff selbst mehrmals zurück. Schließlich aber ging es
doch weiter und die Führerin konnte nun mehrmals Schweiß bzw. Verweiserbrocken melden. Einmal noch
glaubte sie es besser zu wissen als ihre Hündin und nahm sie zurück. Schließlich aber folgte sie ihr
doch und die Hündin führte sie sicher zum Stück. Auch hier erklang das Jagdhorn und der Führerin, aber
auch allen Beteiligten, fiel ein Stein vom Herzen. Waidmannsheil, bestanden, Sw II.
Wir kehrten dann ins nahegelegene Suchenlokal zurück und stärkten uns bei gutem Essen und Trinken.
Nach einer kurzen Besprechung der Richter kamen sie zu dem Schluss, den Wanderpreis unserer LAG
Herrn Georg Kugler mit seiner Diana vom Pegnitzgrund zu verleihen.
Nach Erledigung des schriftlichen Teils besprachen die Richter noch die einzelnen Arbeiten,
erläuterten sie und gaben noch einige gute Tipps und hinweise für zukünftige Nachsuchen. Denn das
ist ja der Sinn einer solchen Prüfung. Nicht die Prüfung als Selbstzweck, sondern als Vorbereitung
für jagdliche Arbeit. Die Führer erhielten neben einer Urkunde auch noch eine Erinnerungsgabe. Der
Suchensieger, Herr Kugler, hatte die Prüfung zu diesem Zeitpunkt leider schon wegen einer Trauerfeier
verlassen müssen. Seine Erinnerungsgabe nebst dem Wanderpreis konnte ich ihm aber mittlerweile
ebenfalls übergeben. Ich denke, dass beim Nachhausefahren alle Beteiligten an dieser Prüfung
zufrieden sein konnten.
Mein persönlicher Dank gilt neben dem Dank an die Hundeführer für deren diszipliniertes und
kameradschaftliches Verhalten dem Forstamt Altdorf als Revierinhaber, den Herren Robert Haas
vom Verband Deutsch-Langhaar, Paul Wagner vom Verein Deutsch-Kurzhaar und Kurt Meier vom VJT,
sowie Josef Schmid (Richteranwärter) für ihre gerechte und ausgleichende Richtertätigkeit, meinem
Sohn Michael als Stückeleger, Herrn Sven Frühwirth als Kassier und dem JGV-Bayern e.V. für das
bereitwillige Überlassen eines Stückes Schalenwild. Ihnen allen ein herzliches Waidmannsheil!
Karl-Heinz Kraus
1. Vorsitzender