NORIS Verbandsschweiß- und Verbandsfährtenschuhprüfung 2006
Wie bereits seit vielen Jahren üblich, treffen sich alljährlich im Oktober eine handvoll engagierter und erfahrener Hundeleute im Staatsforst bei Altdorf, östlich von Nürnberg, um die anstehende Verbandsschweißprüfung der Landesgruppe Bayern im Verein für Jagdteckel vorzubereiten.
Dieses Jahr fand neben der schon traditionellen VSwP auch erstmalig eine Verbandsfährtenschuhprüfung statt. Die Durchführung dieser beiden Prüfungen erforderte eine ordentliche Planung und viel Engagement der Verantwortlichen, hatten doch zwei Führer zur 20-Stundenfährte, einer zur 40-Stundenfährte und ein Hundeführer zur Verbandsfährtenschuhprüfung gemeldet.
Am Prüfungsmorgen versammelten sich dann alle, die vier Hundeführer ebenso wie die drei Richter (H. Wagner von DK, Herr Meier und Herr Kraus vom VJT, sowie als Richteranwärter die Herren Frühwirth und Geyer, beide VJT), der Prüfungsleiter H. Ullrich und einige interessierte Gäste im Prüfungslokal. Nach der Begrüßung, der vorgesehenen Richterbesprechung und der Auslosung der Fährten ging es dann recht flott raus ins nahegelegene Prüfungsrevier.
Den Anfang machte ein Rauhaardackel auf der 40-Stundenfährte. In dem schwierigen Gelände mit teils hohem Gras, in dem erst vor kurzem Holz eingeschlagen worden war tat sich der Rüde sehr schwer. Schon bald folgte er einer Verleitung und der erforderliche Rückruf trug natürlich auch nicht zur Sicherheit des Führers bei. Es kam, wie es kommen musste, der zweite Abruf folgte und bald auch der Dritte.
Die Stimmung war natürlich gedrückt, als die Korona zum Sammelpunkt zurückkehrte. Aber die Richtergruppe bemühte sich, dem nächsten Gespann Mut zu machen. Und diesmal klappte es auch. Trotz einiger Unsicherheiten zu Beginn der Arbeit und einem Abruf fand der Kurzhaardackelrüde schließlich doch sicher und mit einer insgesamt guten Leistung zum Stück. Laut hallte der Klang des Hornes durch den Kiefernbestand und wurde auch von den Wartenden am Sammelplatz beruhigend und erfreut zur Kenntnis genommen.
Als Dritte wurde nun eine Kurzhaarteckeline gerecht zur Fährte gelegt. Sie arbeitete gut, lag sicher und fest im Riemen. Doch dann passierte es. In einem dichten Kiefern- und Fichtenaufwuchs kam sie zwar nur leicht von der Fährte ab, aber das genügte um sicher und zielgerichtet einen frischen Kessel zu finden. Hier war es dann so dicht, dass der Führer völlig die Orientierung verlor. Nur der Ruhe und der genauen Kenntnis des Fährtenverlaufs einem der drei Richter war es zu verdanken, dass nach etlichen Mühen alle wieder auf die Fährte zurückfanden. Danach war die Hündin natürlich sehr „aufgedreht“, trotzdem fand sie schließlich zum Stück.
Nach einer kurzen aber kräftigenden Brotzeit wurde dann eine Rauhaardackelhündin zur Fährtenschuhprüfung geführt. Ja, und da begann der „Genuss pur“. Es war eine Freude für die Richter, diesem Gespann zu folgen. Absolut sicher führte die Hündin ihren „Mensch“ durch alle Arten von Bestand, über etliche Waldwege und über eine Fahrstraße. Wir Richter brauchten kaum einmal zu überlegen oder uns zu orientieren. Das war Schweißarbeit wie wir sie sehen wollen. Zwischendurch machte sie einmal eine kurze Pause und ihr Führer tränkte sie. Anschließend wollte sie aber gleich wieder weiter. Ohne einen Abruf gelangte das Gespann absolut sicher und fährtentreu zum Stück. Zum drittenmal konnte unser P. Wagner sein Hornsignal erklingen lassen.
Schon bald saßen wir dann wieder im Suchenlokal und stärkten uns bei einem kräftigen Essen und einem kühlen Getränk. Auch die Richter waren sich schnell einig und die Richteranwärter, die schon während der gesamten Prüfung mit eingebunden waren, zeigten auch hier ihren gesunden Menschenverstand und ihr vorhandenes Fachwissen. So konnte der Prüfungsleiter schon bald das Ergebnis bekannt geben:
Oss vom Kreuzberg nicht bestanden
Anka vom Fondsberg Sw II
Artos von Erzflecken Sw II –Suchensieger auf der VSwP
Aggie von der schwarzen Ache FS I
Der Dank des Veranstalters richtet sich neben den beteiligten Richtern und Helfern auch an den Forstbetrieb Altdorf für das großzügige zur Verfügung stellen des nahezu idealen Prüfungsreviers. Neben den ständig wechselnden Holzarten, einem ebenso abwechslungsreichen Bodenbewuchses verlangen die zahlreichen Verleitungen von Reh- und Schwarzwild den Prüflingen wirklich alles ab. Wer aber diese Prüfung einmal bestanden hat, der hat die Gewissheit, einen Hund am langen Riemen zu haben, der auch für die raue Praxis bestens gewappnet ist.
Allen Beteiligten ein herzliches Waidmannsheil und ich denke, dass sich zumindest einige auch im nächsten Jahr wieder hier einfinden werden.
Karl-Heinz Kraus