Jagdlicher Dachshundklub Bayern e.V Landesarbeitsgruppe Bayern im VJT
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Teckel – Dackel – Dachshund Hochpassionierter Jagdhund oder Lieblingshund fürs Sofa?

Zur Geschichte des Vereins für Jagdteckel e.V.


Am 16. September 1989 trafen sich 17 Jäger in Wermelskirchen im Forsthaus Loosenau und gründeten den Verein für Jagdteckel e.V.. Warum? Gibt und gab es nicht schon genügend Hundevereine in Deutschland? Diese Jäger, die damals aus allen Teilen der damaligen Bundesrepublik zusammengekommen waren, wollten einfach nicht mehr hinnehmen, was andere nicht ändern wollten. Die Bevormundung der Jäger durch die Liebhaber im gemeinsamen Hundeverein war für diese Waidgenossen nicht mehr tragbar. Der Teckel tendierte zum Modehund. Zwischen emotionaler Tierhaltung und profiorientierter Vermehrung auf der einen Seite und Jagdhundezucht auf der anderen Seite waren die Grenzen undeutlich geworden. Ein Meinungsaustausch war angesagt, es ging um die Gründung eines rein jagdlichen Teckelvereins. Man nahm sich vor, dem Teckel als Jagdhund im Sturm der widerstreitenden Interessen eine Rettungsinsel zu bauen und zwischen Jägerschaft und Teckel wieder ein zuverlässiges Band zu knüpfen. 

Bereits am 15. Oktober, also nach nur einem Monat, konnte der Verein für Jagdteckel (VJT) seine Mitgliedschaft im JGHV beantragen, die erforderlichen 50 Mitglieder waren aufgenommen worden. Mit Schreiben vom 29. November 1989 teilte der Vorstand des JGHV mit, dass man den Aufnahmeantrag positiv beschieden habe. Es folgte die Eintragung ins Vereinsregister.

Am 10. März 1990 besuchte eine Abordnung der DDR-Jagdhundeleute den VJT. Über ein ganzes Wochenende wurden Erfahrungen ausgetauscht. Am Rande der Hauptversammlung des JGHV, am 18. März 1990, fanden auch erste Kontakte zu Repräsentanten des Jagdhundeverbandes der DDR statt. Auf der Mitgliederversammlung des VJT am 29. April 1990 werden Abordnungen aus der DDR und aus Luxemburg mit großem Beifall begrüßt. Die Anerkennung für den jagdlichen Teckelverein wächst. Am 05. Januar 1991 beschlossen als erste in den neuen Bundesländern die Mitglieder des Vogtländischen Teckelclub e.V. sich dem VJT anzuschließen. Die Vorreiter werden mit Begeisterung aufgenommen. Anfang 1991 beginnt der VJT Verhandlungen um seine Aufnahme in den Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH). Die Auflagen, die uns gemacht werden, sind fast nicht zu erfüllen und bedeuten in großem Umfang die Aufgabe unserer Gründungsideale. Der Vorstand versuchte trotzdem die erforderlichen Unterlagen und Dokumente zusammenzustellen. Der VDH ändert und verschärft dann während des Aufnahmeverfahrens nochmals seine Aufnahmebedingungen und macht damit eine Aufnahme eigentlich unmöglich.

Anlässlich eines jagdkynologischen Seminars Anfang Februar 1991 in Thüringen setzten sich Delegationen des VJT und des Jagdteckelvereines in der ehemaligen DDR (JTV) zusammen und gestalten eine Absichtserklärung für eine partnerschaftliche Vereinigung beider Organisationen. Diese wurde am 06. April 1991 anlässlich der Mitgliederversammlung des JTV in Berlin-Buch in Anwesenheit einiger Vorstandsmitglieder des VJT in aller Bedeutsamkeit diskutiert. Die Versammlung beschloss dann fast einstimmig den JTV und den VJT zusammenzuschließen. Diese, in der Geschichte des Jagdhundewesens einmalige Vereinigung wurde dann auf der Mitgliederversammlung des VJT am 27. April 1991 in Wulmersreuth auch einstimmig bestätigt.

Die Vereinigung der beiden jagdlichen Teckelvereine löste bei anderen Organisationen ärgerliche Aktivitäten aus, denn damit hatte man nicht gerechnet. Man wurde aktiv und steckte sich hinter den VDH. Dieser kündigte den Vertrag der Zusammenarbeit mit dem JGHV aus dem Jahre 1984 und verlangte, dass der JGHV alle sogenannten Dissidenzvereine, auch den VJT, aus dem jagdkynologischen Dachverband ausschließen solle. Daraus wurde eine lange Geschichte, die heute aber beendet sein dürfte.

Das Präsidium des Jagdgebrauchshundverbandes beschließt am 19. März 1993 den VJT als Vollmitglied aufzunehmen. Diese beachtenswerte Entscheidung gibt dieser jungen Gemeinschaft die Kraft für die weitere zügige Aufbauarbeit. Einen entscheidenden Schritt in Bezug auf die Bekämpfung von genetischen Erkrankungen beim Teckel stellen der Zuchtplan und die Zuchtwertschätzung nach dem BLUP-Verfahren (best linear unbiased prediction) dar. Gleichzeitig wird eine Solidarkasse eingerichtet, aus der Welpenkäufer bei Auftreten von genetischen Defekten nach diesem Zuchtplan für die Aufwendungen oder den Verlust des Hundes entschädigt werden.

Ende 1996 wird der Aufnahmeantrag des VJT durch den Vorstand des VDH abgelehnt. Eine Entscheidung, die dem VJT die einmal festgelegten Ideale erhält und zu keiner Veränderung im Verhältnis zum JGHV führt. Im gleichen Zeitraum erhält der Verein für Jagd-Teckel e.V. die Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Ein weiterer Erfolg des kleinen Vereins. Bei der Jahreshauptversammlung im Jahr 2001 wird eine jagdliche Beistandskasse beschlossen, aus der Mitglieder eine erhebliche finanzielle Unterstützung für Tierarztkosten oder für die Wiederbeschaffung eines Hundes erhalten, der bei der befugten Jagdausübung verletzt wird oder dabei umkommt. Auch hier ist der VJT richtungsweisend. Mittlerweile hat der VJT schon mehr als 1000 Mitglieder. Das ist im Verhältnis zu anderen Teckelklubs nicht viel (DTK ca. 26.000, Int. Dackelclub Gergweis 50.000), aber Quantität ist hier ja gerade nicht gefragt und Qualität wird immer das Kriterium sein, mit dem der VJT sich von anderen unterscheiden muss.

Der bekannte Schweißhundführer Seben Arjes auf die Frage, ob der Teckel als Jagdhund eine Zukunft habe, ob es Sinn macht, einen extrem kurzläufigen Hund für die Jagd zu züchten:

Um die Antwort vorweg zu nehmen: Ja, er hat eine große Zukunft. Er wird in absehbarer Zeit dringend benötigt. Dies ist meine Ansicht. Der Teckel wird heute bei der Jagd für drei verschiedene Arbeiten eingesetzt. Für die Baujagd! Für die Nachsuche! Und für das Stöbern auf Kaninchen und Schalenwild!
 

 

 

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