Vereinsinfo zum VJT
Teckel – Dackel – Dachshund
Hochpassionierter Jagdhund oder Lieblingshund fürs Sofa?
Zur Geschichte des Vereins für Jagdteckel e.V.
Am 16. September 1989 trafen sich 17 Jäger in Wermelskirchen im Forsthaus
Loosenau und gründeten den Verein für Jagdteckel e.V.. Warum? Gibt und gab es
nicht schon genügend Hundevereine in Deutschland? Diese Jäger, die damals aus
allen Teilen der damaligen Bundesrepublik zusammengekommen waren, wollten
einfach nicht mehr hinnehmen, was andere nicht ändern wollten. Die Bevormundung
der Jäger durch die Liebhaber im gemeinsamen Hundeverein war für diese
Waidgenossen nicht mehr tragbar. Der Teckel tendierte zum Modehund. Zwischen
emotionaler Tierhaltung und profiorientierter Vermehrung auf der einen Seite und
Jagdhundezucht auf der anderen Seite waren die Grenzen undeutlich geworden. Ein
Meinungsaustausch war angesagt, es ging um die Gründung eines rein jagdlichen
Teckelvereins. Man nahm sich vor, dem Teckel als Jagdhund im Sturm der
widerstreitenden Interessen eine Rettungsinsel zu bauen und zwischen Jägerschaft
und Teckel wieder ein zuverlässiges Band zu knüpfen.
Bereits am 15. Oktober, also nach nur einem Monat, konnte der Verein für
Jagdteckel (VJT) seine Mitgliedschaft im JGHV beantragen, die erforderlichen 50
Mitglieder waren aufgenommen worden. Mit Schreiben vom 29. November 1989 teilte
der Vorstand des JGHV mit, dass man den Aufnahmeantrag positiv beschieden habe.
Es folgte die Eintragung ins Vereinsregister.
Am 10. März 1990 besuchte eine Abordnung der DDR-Jagdhundeleute den VJT. Über
ein ganzes Wochenende wurden Erfahrungen ausgetauscht. Am Rande der
Hauptversammlung des JGHV, am 18. März 1990, fanden auch erste Kontakte zu Repräsentanten
des Jagdhundeverbandes der DDR statt. Auf der Mitgliederversammlung des VJT am
29. April 1990 werden Abordnungen aus der DDR und aus Luxemburg mit großem
Beifall begrüßt. Die Anerkennung für den jagdlichen Teckelverein wächst. Am
05. Januar 1991 beschlossen als erste in den neuen Bundesländern die Mitglieder
des Vogtländischen Teckelclub e.V. sich dem VJT anzuschließen. Die Vorreiter
werden mit Begeisterung aufgenommen. Anfang 1991 beginnt der VJT Verhandlungen
um seine Aufnahme in den Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH). Die
Auflagen, die uns gemacht werden, sind fast nicht zu erfüllen und bedeuten in
großem Umfang die Aufgabe unserer Gründungsideale. Der Vorstand versuchte
trotzdem die erforderlichen Unterlagen und Dokumente zusammenzustellen. Der VDH
ändert und verschärft dann während des Aufnahmeverfahrens nochmals seine
Aufnahmebedingungen und macht damit eine Aufnahme eigentlich unmöglich.
Anlässlich eines jagdkynologischen Seminars Anfang Februar 1991 in Thüringen
setzten sich Delegationen des VJT und des Jagdteckelvereines in der ehemaligen
DDR (JTV) zusammen und gestalten eine Absichtserklärung für eine
partnerschaftliche Vereinigung beider Organisationen. Diese wurde am 06. April
1991 anlässlich der Mitgliederversammlung des JTV in Berlin-Buch in Anwesenheit
einiger Vorstandsmitglieder des VJT in aller Bedeutsamkeit diskutiert. Die
Versammlung beschloss dann fast einstimmig den JTV und den VJT zusammenzuschließen.
Diese, in der Geschichte des Jagdhundewesens einmalige Vereinigung wurde dann
auf der Mitgliederversammlung des VJT am 27. April 1991 in Wulmersreuth auch
einstimmig bestätigt.
Die Vereinigung der beiden jagdlichen Teckelvereine löste bei anderen
Organisationen ärgerliche Aktivitäten aus, denn damit hatte man nicht
gerechnet. Man wurde aktiv und steckte sich hinter den VDH. Dieser kündigte den
Vertrag der Zusammenarbeit mit dem JGHV aus dem Jahre 1984 und verlangte, dass
der JGHV alle sogenannten Dissidenzvereine, auch den VJT, aus dem
jagdkynologischen Dachverband ausschließen solle. Daraus wurde eine lange
Geschichte, die heute aber beendet sein dürfte.
Das Präsidium des Jagdgebrauchshundverbandes beschließt am 19. März 1993 den
VJT als Vollmitglied aufzunehmen. Diese beachtenswerte Entscheidung gibt dieser
jungen Gemeinschaft die Kraft für die weitere zügige Aufbauarbeit. Einen
entscheidenden Schritt in Bezug auf die Bekämpfung von genetischen Erkrankungen
beim Teckel stellen der Zuchtplan und die Zuchtwertschätzung nach dem
BLUP-Verfahren (best linear unbiased prediction) dar. Gleichzeitig wird eine
Solidarkasse eingerichtet, aus der Welpenkäufer bei Auftreten von genetischen
Defekten nach diesem Zuchtplan für die Aufwendungen oder den Verlust des Hundes
entschädigt werden.
Ende 1996 wird der Aufnahmeantrag des VJT durch den Vorstand des VDH abgelehnt.
Eine Entscheidung, die dem VJT die einmal festgelegten Ideale erhält und zu
keiner Veränderung im Verhältnis zum JGHV führt. Im gleichen Zeitraum erhält
der Verein für Jagd-Teckel e.V. die Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Ein
weiterer Erfolg des kleinen Vereins. Bei der Jahreshauptversammlung im Jahr 2001
wird eine jagdliche Beistandskasse beschlossen, aus der Mitglieder eine
erhebliche finanzielle Unterstützung für Tierarztkosten oder für die
Wiederbeschaffung eines Hundes erhalten, der bei der befugten Jagdausübung
verletzt wird oder dabei umkommt. Auch hier ist der VJT richtungsweisend.
Mittlerweile hat der VJT schon mehr als 1000 Mitglieder. Das ist im Verhältnis
zu anderen Teckelklubs nicht viel (DTK ca. 26.000, Int. Dackelclub Gergweis
50.000), aber Quantität ist hier ja gerade nicht gefragt und Qualität wird
immer das Kriterium sein, mit dem der VJT sich von anderen unterscheiden muss.
Der bekannte Schweißhundführer Seben Arjes auf die Frage, ob der Teckel als
Jagdhund eine Zukunft habe, ob es Sinn macht, einen extrem kurzläufigen Hund für
die Jagd zu züchten:
Um die Antwort vorweg zu nehmen: Ja, er hat eine große Zukunft. Er wird in
absehbarer Zeit dringend benötigt. Dies ist meine Ansicht. Der Teckel wird
heute bei der Jagd für drei verschiedene Arbeiten eingesetzt. Für die Baujagd!
Für die Nachsuche! Und für das Stöbern auf Kaninchen und Schalenwild!
Der Teckel als Jagdhund
In einer Zeit, in der die Reviere kleiner und die Jagdmöglichkeiten für den
Einzelnen immer geringer werden, kommt dem Jagdteckel als kleinstem
Jagdgebrauchshund eine ständig wachsende Bedeutung zu. Trotz seiner Zugehörigkeit
zu den Erdhunden beschränkt sich die Einsatzfähigkeit des Teckels bei weitem
nicht alleine auf die Bodenjagd auf Fuchs und Dachs. Als spurlauter und
spurwilliger Jäger ist er ein ausgezeichneter Stöberhund für die laute Jagd.
Hierbei unterstützt ihn seine hervorragende Nase, die auch Grundlage seiner
besonderen Eignung für die Arbeit auf der Wundfährte ist. Gut und konsequent
abgeführt ist der Teckel ein angenehmer und aufmerksamer Begleiter bei Pirsch
und Ansitz. Seine Jagdpassion lässt ihn auch geflügelte Enten aus tiefem
Wasser und das geschossene Kanin aus dichtem Dornendickicht bringen. Jedoch sind
dies schon Grenzbereiche seiner Leistungsfähigkeit, wie auch sein Einsatz auf
der Wundfährte noch flüchtigen, nur angeschweißten Hochwildes, seine Grenzen
hat. Hier ist es ein Gebot der Waidgerechtigkeit und des Tierschutzes, den
firmen Spezialisten zum Einsatz zu bringen.
Bauarbeit:
Schon in Schilderungen des Mittelalters wird von Hunden berichtet, die unseren
heutigen Teckeln schon sehr ähnlich waren. Bereits 1719 erzählt Flemming von
Dachshunden und schildert ihre Arbeitsweise: "Nicht allein auf Erden, auf
Bergen und Thälern, in Wäldern und Feldern, ja wohl gar unter der Erden, hat
der liebe Gott wunderliche wilde Thiere unterschiedlicher Art erschaffen, so
ihre Behältnisse sich zu verbergen suchen: Zu welchem Ende man eine besondere
Art einiger kleiner Erdhündlein als Schlieffer oder Kriecher gebraucht, so zu
ihrem Fortkommen klein, lang und schmahl vom Leibe, mit niedrigen etwas
eingebogenen Füßlein versehen und hierzu dienlich sind . ..... (die Hunde)
sind eigentlich die Zwerge aller anderen Hunde zu nennen, und sind, ob sie wohl
klein, dennoch so eyffrig und suchen, ihres Herrn Dienst nach äußerstem Vermögen
zu vollstrecken: Sie kriechen, treiben, und stöbern ihr Wild, schlagen an,
stehen vor mit solchem Fleiß und Eyffer als wohl jemals die andern umb ihrem
Weydmann anzuzeigen, wo das Wild sich aufhalte. Diese Zwerg-Art ist
meistentheils von Farben roth oder schwärzlich, mit behangenen Ohren, fast
Jagdhund ähnlich, nur dass sie kleiner als Zwerge." Um Ihnen die drei
Haupteinsatzgebiete des Jagdteckels näher zu erläutern, möchte ich auf die
Laudatio des bekannten Schweißhundführers Seben Arjes zurückgreifen, die
dieser anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Verein für Jagdteckel
geschrieben hat:
„Leider ist der Tierschutz heute nicht immer in der Lage, sich sachlich mit
dem Thema „Der Fuchs als Beutegreifer" auseinanderzusetzen. Trotzdem –
oder gerade deshalb – ist er eine politische Macht. Dem Tierschutz ist die
Baujagd, insbesondere die Ausbildung in der Schliefenanlage, seit langem ein
Dorn im Auge. Ich denke, er wird sich auf der Suche nach Schwachpunkten der Jagd
mehr und mehr daran festbeißen. Politiker hören gerne auf zahl- und lautstarke
Wählergruppen. Insoweit wird die Baujagd nicht unbedingt das zukünftige
Hauptbetätigungsfeld des Jagdteckels sein.
Die Nachsuche:
„Die Nachsuche angeschweißten Schalenwildes mit dem Teckel berührt die
Grenzen seiner Leistungsfähigkeit. So steht es in der Homepage des VJT (www.jagdteckel.de)
im Internet. Die Nachsuche auf Schalenwild ist nicht in allen Teilen Sache eines
Hundes mit extrem kurzen Läufen. Dennoch ist im praktischen Jagdbetrieb der
Teckel beim Auffinden des beschossenen Wildes ein ganz wichtiger Helfer. Gerade
als Schweißhundführer weiß ich, dass es praxisfremd wäre, zu erwarten, jeder
Jäger solle für jedes Stück Schalenwild, das ihm nach dem Schuss außer
Sichtweite abspringt, einen Nachsuchenspezialisten herantelefonieren. Hat ein Jäger
in dieser Situation einen Teckel an seiner Seite und ist er in der Lage, ihn
fachgerecht zu führen, dann ist er sowohl im sinne der Waidgerechtigkeit als
auch der tierschutzgerechten Jagd auf der sicheren Seite. Wenn der Jäger in der
Lage ist, den Anschuss zu beurteilen, und festzustellen, ob es sich um einen
Laufschuss oder einen Körpertreffer handelt, dann sollte er im Bedarfsfall
seinen Teckel einsetzen, um das Stück zu finden bevor es verhitzt. Gerade mit
dem Teckel hat er einen ganz kompetenten Helfer am Riemen. Denn der Teckel ist
eine kleine Bracke. Und mit seiner guten Nase und seiner dickschädeligen
Beharrlichkeit wird er nach angemessener Wartezeit in den meisten Fällen das
verendete Stück finden. Sollten unglückliche Umstände dazu führen, dass
dabei ein noch nicht verendetes Stück aufgemüdet wird, dann ist das zwar nicht
gut, aber auch noch keine Katastrophe. Tierschutzrelevant wird es erst, wenn
dann ein Hund geschnallt wird, der einerseits nicht schnell genug ist, um das Stück
einzuholen, andererseits aber mit seinem enormen Spurwillen ein krankes Tier
lange erfolglos vor sich her treibt. Wenn der Führer aber am warmen Wundbett
abbricht und dann den Spezialisten anruft, ist es für diesen und den Erfolg
noch nicht zu spät. Im Gegenteil, das ist die Praxis für alle Schweißhundführer.
Der Teckel ist also für den Durchschnittsjäger ein problemlos zu haltender,
vielseitiger Jagdbegleiter, der durch sein Brackenerbe sehr viel Kompetenz für
einfache Nachsuchen mitbringt. Ich meine hiermit allerdings nicht die Variante
Zwergteckel, sondern den robusten Schlag, der wegen des Schnees keine langen
Haare zwischen den Ballen hat, und der stark und groß genug ist, sich auch in
mittelschwerer Vegetation noch bewegen zu können. Diesem Jagdhund räume ich für
die Zukunft einen sicheren Platz ein."
Der Teckel als Stöberhund:
Auch für das dritte große Arbeitsfeld des Teckels, die Stöberarbeit, möchte
ich wiederum Seben Arjes zitieren:
„....Aber ich sehe ein noch wichtigeres Arbeitsfeld des Jagdteckels abseits
des Riemen in freier Arbeit. Er ist ein ausgezeichneter Stöberhund für die
laute Jagd, wenn es auch leider in der Hochwildjagd noch nicht überall bekannt
zu sein scheint. Die Jagd auf Rotwild, Damwild, Sauen und Rehwild driftet durch
neue Strategien immer mehr weg von der Einzeljagd zu groß angelegten
Gemeinschaftsveranstaltungen, bei der große Waldflächen mit vielen Schützen
dicht besetzt werden. Zu diesen Jagden werden Stöberhunde eingesetzt, um das
Wild vor die Schützen zu treiben. Tierschutzgerecht läuft das nur ab, wenn das
Wild nicht in Panik versetzt wird und so langsam vor die Schützen kommt, dass
es sauber beschossen und vorher angesprochen werden kann. Und genau das bewirkt
nur ein kleiner Hund, der langsam und zuverlässig spur- und fährtenlaut, das
heißt nasenorientiert, jagt. Er soll das Wild anrühren und durch "Belästigung"
in Bewegung bringen. Er soll es nicht hetzen. Und deswegen arbeitet hier die
Zeit für den Teckel!
Gewiss wird dies nicht überall so gesehen. Nicht einmal selten wird alles was
Hund heißt, sogar stumme Hühnerhunde oder sog. Packer zur Treibjagd auf
Hochwild in den Wald geschickt. Noch wird gelegentlich „action" im
Treiben mit kultiviertem Waidwerk verwechselt. Aber gerade die sog.
Gesellschaftsjagden sind ein ganz sensibles Feld an der Nahtstelle zwischen Jagd
und Tierschutz. Gerade dort ist das flüchtige Wild besonders schwer
anzusprechen, gerade dort ist es auf begrenztem Schussfeld in hoher Flucht nur
schwer waidgerecht zu treffen, und gerade dort ist der Anteil jagdbetrieblich
unkundiger Sonntagsjäger, die aus gesellschaftlichen oder geschäftlichen Gründen
eingeladen werden, besonders hoch. Noch gehen die Tierschützer gegen die Jäger
überwiegend unqualifiziert vor. Solange sie das Wesen der Jagd nicht verstehen
und naiv Blut- und Mordparolen auf Plakate schmieren, werden sie immer vorzeitig
über sich selbst stolpern und brauchen nicht ernst genommen zu werden. Sollte
der Tierschutz aber einmal in der Lage sein, die Praxis einiger
Gesellschaftsjagden sachkundig zu untersuchen und vernünftig darüber zu reden,
dann gäbe das einen plötzlichen Aufschwung für den Teckel als Stöberhund.
Aber ich glaube, wir müssen auf unsere Gegner, die sicher das Kind mit dem Bade
ausschütten wollen, nicht zu warten. Es gibt in den eigenen Reihen schon genug
Beispiele anderer Art. Bei uns im norddeutschen Bereich sind die Packermeuten
aus Kampfhundterriern inzwischen selbst bei der Maisjagd in blutigen Verruf
geraten. Wo es das Gelände zulässt, drücken mehr und mehr kleine Hunde das
Wild so vor die Jäger, dass es angesprochen und sauber beschossen werden kann.
Dabei zeigen Teckel, dass sie durchaus auch eine Rotte Sauen in Bewegung bringen
können. Sie verbellen stärkere Stücke solange, bis entweder der begleitende Jäger
(Treiber) zu Hilfe kommt, oder das Stück sich aus der Unruhezone langsam
davonstiehlt."
Prüfungswesen:
Um der Jägerschaft derartig vielseitig einsetzbare Jagdhunde zur Verfügung
stellen zu können, müssen diese natürlich auch entsprechend ausgebildet und
geprüft werden. Der Verein für Jagdteckel hat hierzu eine Prüfungsordnung
aufgestellt, die sich weitgehend an der praktischen Jagdausübung orientiert. Zu
Prüfungen des VJT werden nur Teckel zugelassen, deren Führer den Besitz eines
eigenen gültigen Jagdscheines nachweist.
Anlagenprüfung (AP)
Fächer:
Ø Arbeit auf der Hasenspur
Ø Spurlaut
Ø Passion am Raubwild und
Ø Schussfestigkeit (diese Bewertung wird für alle Leistungsprüfungen übernommen
Sinn und Aufgabe der Anlagenprüfung ist die Feststellung der
angewölften jagdlichen Anlagen der jungen Hunde und damit des Zuchtwertes der
Elterntiere. Das Bestehen dieser Prüfung ist eine der Mindestvoraussetzungen
zur späteren Zuchtzulassung sowie der Teilnahme an einer Gebrauchsprüfung.
Bei der Arbeit auf der Hasenspur werden der Wille und die
Nasenleistung des Hundes beurteilt. Der Spurlaut, das heißt die Anlage des
Verfolgens einer Spur unter ständigem Lautgeben ohne das Wild zu sehen, wird
hier gleichzeitig geprüft. Mit der Passion am Raubwild in der Schliefenanlage
vor dem abgeschieberten Fuchs soll der Hund die angeborene Raubwildschärfe
demonstrieren. Die Schussfestigkeit im freien Gelände beweist seine
Wesensfestigkeit.
Leistungsprüfungen:
Auf den Leistungsprüfungen des VJT stellt der Teckel seine
jagdliche Brauchbarkeit unter Beweis. Die Schweißfährten sind Übernachtfährten
mit max. ¼ l Wildschweiß und werden mit dem Fährtenschuh getreten.
Eignungsprüfung (EP)
Fächer:
Ø 600 m Schweißarbeit
Ø allgemeiner Gehorsam
Ø Leinenführigkeit oder Folgen frei bei Fuß
Ø Verhalten auf dem Stand
Fakultativ: Ablegen, Haarwildschleppe, Federwildschleppe,
Bringen der Ente aus tiefem Gewässer.
Gebrauchsprüfung (GP)
Sie gilt als die Meisterprüfung im VJT. Der Teckel muss in den
Prüfungsfächern zeigen, dass er im praktischen Jagdbetrieb vielseitig
einsetzbar ist Die Abrichtefächer sind unter strengeren Bedingungen zu
absolvieren.
Fächer:
Ø mind. 1000 m Schweißarbeit
Ø Stöberarbeit
Ø Verhalten am Raubwild
Ø Führigkeit
Ø Ablegen mit Schussabgabe und
Ø Verhalten auf dem Stand
Verbandsschweißprüfung (VSwP)
Ø nach der jeweils gültigen VSwPO
des Jagdgebrauchshundverbandes
Leistungszeichen für Naturarbeiten im praktischen Jagdbetrieb
Ø Arbeit am Naturbau (BauN)
Ø Naturarbeit am Schwarzwild (SauN)
Ø Schweißarbeit auf natürlicher Fährte (SwN)
Zuchtwesen
„Es ist zuviel auf Formen, und zu wenig auf jagdliche Leistung
gezüchtet worden" (R. Cornell, 1885!) Das Thema ist fast so alt wie die
Geschichte des Dackels. Die Erhaltung und Förderung des Teckels als kleiner
vielseitiger Jagdhund muss das Ziel jagdlicher Teckelzucht sein. Nur mit
gesunden, wesensfesten und leistungsstarken Elterntieren ist eine Teckelzucht für
den Jagdgebrauch überhaupt zu verantworten. Das internationale Zuchtreglement
und der Rassestandard Teckel der FCI sowie die Zuchtordnung des VDH sind für
alle Mitglieder des VJT verbindlich.
Die Formbewertung des VJT ist keine Zuchtschau mit Preisen und
Pokalen sondern dient alleine der Zuchtwertermittlung von zur Zucht vorgesehenen
Teckeln bzw. der Kontrolle der Nachkommenschaft von durchgeführten
Verpaarungen. Kommerzielle Vermehrungszucht sowie einseitige Merkmalszucht
ausgerichtet auf Schönheit und Mode werden daher vom VJT für die Jagdhundrasse
Teckel abgelehnt.
Die Zucht wird wissenschaftlich durch den TG-Verlag Beuing GmbH
Gießen betreut. Die verbindlichen Augenuntersuchungen werden durch Tierärzte
des Dortmunder Kreises (DOK) durchgeführt.
Im VJT gibt es keine Massenzucht
Das Mindestzuchtalter für Rüden beträgt 18 Monate, für Hündinnen
15 Monate. Das Höchstzuchtalter ist begrenzt und beträgt für Rüden 10 Jahre,
für Hündinnen 8 Jahre. Hündinnen dürfen nur einen Wurf im Kalenderjahr
haben. Jeder Züchter darf, unabhängig von der Zahl seiner Hündinnen, nur drei
Würfe im Jahr züchten. Beide Elterntiere müssen die Anlagenprüfung und zusätzlich
eine Eignungs- oder Gebrauchsprüfung bestanden haben. Vergleichbare vom VJT
bzw. JGHV anerkannte Prüfungen anderer Zuchtvereine werden akzeptiert. Beide
Hunde müssen vom JGHV anerkannte Ahnentafeln des VJT bzw. der FCI besitzen und
auf einer vom VJT anerkannten Zuchtschau für zuchttauglich erklärt, vor der
Zuchtverwendung von einem vom VJT anerkannten Tierarzt untersucht und frei von
erblichen Augenerkrankungen sein.
Zuchthunde dürfen nur in Paarungen eingesetzt werden, bei denen
die zu erwartenden Leistungen oder Erbfehlerrisiken der Nachkommen einen
bestimmten Grenzwert einhalten. Die Grenzwerte werden von der Zuchtkommission
mit Hilfe des Hundezuchtinformationssystems Dogbase festgelegt und ständig
aktualisiert. Zur Bekämpfung von genetischen Defekten, z.B. Teckellähme und
"Generalisierte progressive Retina-Atrophie" (PRA), hat der VJT einen
Zuchtplan incl. Zuchtwertschätzung zur Berechnung des Erbfehlerrisikos nach dem
Verfahren BLUP eingeführt. So hat man die Hoffnung, dass diese genetischen
Defekte in den Zuchtlinien des VJT auf Sicht eliminiert werden. Die Anlagen zur
Teckellähme werden anspruchsvoll beobachtet. Erkenntnisse gehen in die
Zuchtbeurteilung der Hunde ein. Wissenschaftliche Untersuchungen auf diesem
Gebiet werden vom VJT unterstützt und gefördert.
Welpenkäufer erhalten eine Gewährleistungszusage zur Abdeckung
des unkalkulierbaren Restrisikos. Hierzu ist eine Solidarkasse organisiert, aus
der Eigentümer erkrankter Teckel eine finanzielle Beihilfe zur Behandlung oder
Neubeschaffung eines Teckels erhalten. Mit dieser Solidarkasse setzt der VJT
neue Maßstäbe in der Teckelzucht. Durch diese Maßnahme gehen Informationen über
die zu merzenden Defekte in das Zuchtprogramm des Vereins ein. Örtliche
Zuchtwarte überwachen gewissenhaft die Einhaltung aller Zuchtauflagen,
kontrollieren die Zuchtstätten und beobachten sorgfältig die Entwicklung der
Welpen bis zum Alter der Abgabe an den Käufer (frühestens mit 8 Wochen). Jeder
Wurf muss mindestens zweimal besichtigt werden. Darüber hinaus stehen die
Zuchtwarte den Züchtern bei Bedarf jederzeit mit fachkundiger Beratung zur Verfügung.
Die zukünftigen Jagdhunde sollen möglichst schon im
Welpenalter auf ihr späteres jagdliches Umfeld geprägt werden. So sind viele Züchter
im VJT dazu übergegangen, noch in der Welpenmeute die jagdlichen Anlagen durch
entsprechende Einflüsse (Reviergänge, Heranbringen an Wasser, Vertrautmachen
mit Wild, Spiel im Kunstbau u.s.w.) zu unterstützen. Der Verein für Jagdteckel
e.V. fördert die Kenntnisse seiner Züchter, Zuchtwarte und Richter durch
regelmäßige zentrale aber auch regionale Schulungen. Auch für die Jäger im
VJT werden regelmäßige Veranstaltungen, wie Hundeführerlehrgänge, Anschuss-
und Baujagdseminare u.s.w. durchgeführt. Die Jagd prägt das Vereinsleben!
Der VJT ist der einzige Teckelverein der Welt, der ausschließlich
rein jagdliche Zucht betreibt. Viele Jäger sind mittlerweile im VJT Mitglied
geworden, weil sie glauben, dass es an der Zeit ist, die rein jagdliche Zucht
des Teckels zu unterstützen. In der Jägerschaft und in den Vereinen und Verbänden
der Jagdkynologie hat der VJT eine breite Anerkennung erfahren.
Weitere Auskünfte über den VJT erhalten Sie bei der Geschäftsstelle
(Tel. 02202 / 940 872, E-Mail jagdteckel@t-online.de) oder übers Internet:
www.jagdteckel.de